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Musikmesse Frankfurt 2015

Es bumtschakt, dödöt und quitscht überall – Es ist die Musikmesse in Frankfurt. Eine der größten Messen für Musikinstrumente jeglicher Art, sowie Studioequipment und DJ-Zeug. Inklusive Software, Möbel, Kabeln und Schaltern. Also wirklich alles, was irgendwie mit der Erzeugung von Top10-Hits zu tun hat. Parallel dazu findet die Pro Light & Sound statt.

Vom Prinzip genau das gleiche Ding, nur halt für das Equipment, welches die Veranstalter brauchen. Die einen rocken auf der Bühne, die die Welt bedeuten. Die anderen bauen diese. Wie schön, dass beide Veranstaltung auf dem Messegelände zu finden sind.

Von einigen Leuten hörte ich, dass die Messe dieses Jahr kleiner geworden ist. Gefühlt, also alleine vom laufen her, kann ich dies nicht bestätigen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es doch luftiger als die letzten Jahre war. Hier ein luftiger Ort, dort leerer Platz. Bestimmte B2B-Bereiche, wo früher normale Stände waren. Klaro – Es geht auch um Kohle und nicht um die Bespaßung meiner Person.

Metronome Overkill #Musikmesse

Ein von Senad Palic (@senadpalic) gepostetes Video am

Trotzdem gab es natürlich ein PR-Boom in den Medien. Letztes Jahr waren es diese musizierenden Roboter, dieses Jahr die teuerste Gitarre der Welt. Grob geschätzt 2 Millionen EUR und den ganzen Tag bewacht von Tim Wieses Cousins. Starke, aber nette Männer. Zumindest solange, wie man nur Fragen zu dem Teil stellt und nicht versucht, die Gitarre zu streicheln.

Die Gitarre selber ist hässlich und ich glaube auch nicht sonderlich fein klangvoll – Aber who cares. Eine ausgehöhlte SG mit viel Weißgold(?) und hier und da ein paar Glitzersteinchen. Tadaa, teuer as Hell und wahrscheinlich morgen in Dubai.

Da sind die Gibson-Kopfhörer eher für Otto Normalgitarristen erschwinglich. Marshall hat es scheinbar vorgemacht und auch Orange entdeckt andere Käuferschichten – Es gibt nun einen Orange-PC.

Während Gibson einen enorm großen Stand, der allerdings total lieblos gestaltet war, hatte und Yamaha (zum letzen Mal?) sogar eine ganze Halle füllte… So habe ich den wohl traurigsten Messestand bei Pickworld gesehen.

musikmesse_2015-39Ist das nicht abgefahren? Du musst schon von deinem Produkt derart überzeugt sein, damit du eine 2x2m Zelle für drölftausend EUR mietest, wenn du danach noch nicht mal Kohle für Deko hast. Hoffentlich wurden trotzdem ein paar gute Kontakte geknüpft. Ich wünsch es euch 😉

Weiteres Novum dieses Jahr: Es gab eine Foto-Ausstellung von Neal Preston. Einige seiner beeindruckendsten Fotos wurden dort in einem separatem Bereich aufgehängt. Beim Einlass drückte man uns telefongroße Elektrobriketts in die Hand.

Mit den Geräten und den dazugehörigen Kopfhörern konnte man sich zu bestimmten Fotos Hintergrundinformationen anhören. Sehr, sehr cool. Für mich als „ehemaligen Konzertfotografen“ war das natürlich sehr spannend.

Zwischen den ganzen Messehallen, auf dem Messeplatz, steht auch die Agora-Stage. Dort treten Endorsement-Künstler verschiedener Marken auf, oder auch einfach mal die Jungs von der Bundeswehr. Jeder Musikslot hat so ca. 30 Minuten. Also gerade mal genug Zeit, um mal zu zeigen, was man so drauf hat und das Publikum zur Messebox des Herstellers zu locken. 😉

Wetter war sonnig, daher war auch vor der Agora-Stage ein enormes Getümmel. Esswägelchen standen alle paar Meter – Es gab wirklich alles. Pommes, Burrito, China-Nudeln, Wurst, Schnitzel.. hätte mich nicht gewundert, wenn ich dort auch noch ein Spanferkel angetroffen hätte. Aber hey… Messepreise sind klar und sowas weiss man auch vorher. Aber ich habe dort die wohl schäbigste Portion Pommes meines Lebens gegessen. Die sahen fast ab(aus)gezählt aus. 😀

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Als unmusikalischer Multiinstrumentalistenversager (Kann auf jedem Instrument 4 Töne und 3 Beats raushauen!) habe ich natürlich jedes anfassbare Instrument ausprobiert. Ein Akkordeon-Midi-Controller, einen Gummiball mit 30 Tasten, einen Bass mit 10 Saiten, ein 3-Meter Xylophone, die Pauke (Sorry Xi Chuan 😀 ), eine 8-Saitige Ibanez, sowie mehrere E-Drums. Alles in 3 Stunden…

Von den ganzen Geräten hatte ich aber am meisten Spaß mit dem Korg Electribe. Es piepst, blinkt und funktioniert mit Batterien. Mit 400 EUR ist es auch bezahlbarer als so manche Klampfe auf der Messe. Generell hatte ich bei Korg am meisten Spaß, weil ich dort auch die Volca-Geräte ausprobieren konnte. Die gibt es schon länger bei einem Stückpreis von ca. 150 EUR. Allerdings habe ich das Korg Miku Effektpedal vermisst. Das Teil wandelt Gitarrensignale in japanischklingende Silben. Also deine Gitarre singt japanisch. Abgefahren… So gerne, so so gerne würde ich darauf Modern Talking spielen… Aber Nö! Korg vertreibt die Teile scheinbar nur in Asien. Shame on you! 😀musikmesse_2015-13

Weitere extreme Spektakularitäten habe ich keine angetroffen. Aber dafür bin ich auch nicht sonderlich im Thema drin. Daher rollten wir auch kurz zu einer Pro Light & Sound Messehalle, die von der Firma Swefog in dichten Nebel gelegt wurde. Glaube nicht, dass das gewollt war, aber zwischen den ganzen Bühnenlampen war das ein ganz netter Effekt.musikmesse_2015-69

Full-HD Beamer waren gestern. Hier warf man 8K an die Wände. Komplette Gebäude-Projektionen, schwenkbare Linsen und sonstiger abgefahrener Kram, der genauso viel kostet, wie die Gitarre für Dubai. Faszinierend, was man mittlerweile mit Technik anstellen kann.

Einiges von diesem Laser- und Feuerkram konnte man in der Jahrhunderthalle beim Showcase eines Herstellers bewundern. Mobile Projektionsplatten, Pyrotechnik, absolut synchrone Movingheads im 12-Pack. Man konnte in den Gesichtern des Publikums lesen, wer von ihnen ein Musiker war und den Wunsch hat, einmal auf so einer Bühne zu stehen.musikmesse_2015-9

Alles in allem – Eine Messe ist eine Messe ist eine Messe. Wenn man kein Musiker/Techniker ist, dann ist man hier überfordert. So geht es mir halt oft. Trotzdem ist es ein enormer Spaß, alles mal anzuschauen und seinen eigenen Horizont zu erweitern. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, wird dann auch irgendwann mal ein richtiger Musiker aus mir.

Bis dahin schau ich mir ein paar Youtube-Tutorials zum Theremin an.

Das war mein sehr persönlicher Blick auf die Musikmesse Frankfurt 2015 – aber vielleicht sieht es hier jemand ähnlich.

 

Über Senad

Kreatives Zellkollektiv. 1980 geboren. Digital native. Fan von Social Media, Fotografie, Comics, Retro Games und Lego. Aus dem Westerwald nach Berlin nach Friedrichsdorf.

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