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Film und Games 2015

Ich muss euch was tolles erzählen. Vor einigen Tagen fand in der Brotfabrik Frankfurt ein Webmontag (#wmfra) statt, der mich persönlich sehr interessiert hat. Es ging um Internetz und Musik – Yay, genau mein Ding. Zwei Jungs erzählten was von HTML5 Soundapps und der Nutzung des iPads als Musikinstrument. Ein dritter verteufelte Streams und verschenkte CDs. Ich verstand den alten Mann, der sich selber als „Dino“ bezeichnete. Schließlich war er der Inhaber eines Musikladens und lebte somit vom CD-Verkauf. Irgendwo zwischen den Vorträgen spielte die Band „Vielleicht Anna“ und es gab auch ein kleines Spotlight. Jungs/Mädels stellen sich kurz vor und äußern gewisse Wünsche.

No, nix unanständiges… Der eine suchte Mitarbeiter für ein StartUp, der andere stellte den Frankfurter(?) Hackathon vor und der dritte suchte mich. Naja, zumindest suchte Gaetano, so der Name von Mr. Spotlight, einen Moderator für ein Gaming-Event.

WOAT? Gaming-Event in Frankfurt?

Ich horchte auf. Aus dem Gedächtnisprotokoll „Bla bla blabla Moderator, Blabla, Film und Games, Blabla suchen.“

Kurzer Zwischenruf meinerseits „WAS MUSS ER KÖNNEN?“ – „Äh.. Ein Micro halten.“

Check… Als SängerSchrägstrichPummeligerTänzer krieg ich das hin. Nach dem echt coolen Webmontag (GO ALLE HIN!) habe ich mich dann mit Gaetano unterhalten. Natürlich war ich nicht der einzige, der sich für den Moderatorjob interessiert hat. Also habe ich den jungen Konkurrenten erstmal erzählen lassen. Aha, Moderator im TV, Praktikant bei GIGA. Krieg ich auch hin, war mal Kabelträger bei NBC in Düsseldorf. Moderator? RiWW-TV.

Zum Glück hatte ich noch einen Gameboy mit Cam in der Tasche. Das war sozusagen meine digitale Kirsche auf der Sahnehaube meiner Erfahrung. – So nicht, junger Mann. Hinten anstellen, mein Ding!

Nicht falsch verstehen, er war super sympathisch und hat sich sicherlich eloquenter ausdrücken können. Immerhin ein Student der Psychologie (oder etwas anderes ähnlich kompliziertes). Aber wenn ich etwas möchte, dann kann ich überzeugend sein. Und das nicht auf Grund meiner Körperstatur und der Dicke meiner Fäuste.

Lange Rede… am nächsten Tag rief Gaetano mich an und meinte, dass man sich für mich entschieden habe. Yay!

Immer noch keinen Plan, was ich da genau machen muss, daher ein kleines Fragespiel. „Ah, eine Art Poetry Slam. Also ein nerdiges Wortwechselgame. Cool.“

Nächster Tag, neuer Kontakt. Kevin von Gamestorm hat mir geschrieben. Uhrzeit, Standort und eine zweiseitige PDF mit dem Programmablauf. Inklusive vorgefertigter Texte. TEXTE! Ich kann mir ja noch nicht einmal die Songtexte der Coversongs merken, die wir mit Discore spielen!

Film und Games 2015 – Der nerdige Poetryslam als solcher. Die Nacht des nacherzählten Spiels ging los.

Im Filmmuseum Frankfurt angekommen. Natürlich viel zu früh. Die Berliner Jungs von Gamestorm waren schon da. Nettes Gespräch mit Matthias und Kevin, den Programmablauf abgecheckt und dann mir die eigentliche Ausstellung angesehen. Sehr nett. Nix bombastisches, aber hey… Lara Croft ist nicht Mona Lisa. Daher eher wirklich was für Gamer und an Games interessierte Nerds und Mamas.

Je später der Abend, desto feuchter der Senad. Diese Hitze war echt unfassbar gemein. Mein persönlicher Endboss. Und natürlich musste ich mir das dickste Shirt aussuchen, was der Schrank hergab. Immerhin wollte ich was am Körper tragen, was „Film“ und „Games“ miteinander verband. Ich entschiede mich für ein XXL-Shirt auf dem eine Persiflage von „Attack on Titan“ als NES-Game zu sehen war. Sexy as fuck und hot as your mama!

Bevor es dann losging, habe ich mich mit den ersten drei Jungs unterhalten, die die Bühne betraten. Dennis, Florian und Kevin. Kurze Notizen… Papperlapap, Notizen. Lediglich die Namen mitgeschrieben und gehofft, dass ich mir das Gesicht dazu merken kann. Eigentlich sollte jeder von ihnen ein Game vorstellen bzw. über ein Game erzählen. Resident Evil, Pokemon und irgendwas anderes. Habe den Faden verloren, als der Gamestorm-Kevin die Reihenfolge korrigiert hat und ich dann ein riesen Scribbleshit auf meinem Blatt stehen hatte. Scheiß drauf – Ich verlasse mich einfach auf meine Spontanität. Als pummeliger Junge ist man niemals um eine Ausrede verlegen (DER KÜHLSCHRANK WAR SCHON LEER!)

Ach, bevor ich es vergesse. Die BGM (Uha. Backgroundmusic) kam von Hans Hiscore (HIGHSCORE, nicht wie DISCORE… und dreimal dürft ihr raten, wie ich die armen 8bit-Musiker ständig vorgestellt habe. Schande über mich)

20 Uhr – Der twitch-Stream geht los.

Es geht los. Die Nacht des nacherzählten Spiels fängt an und ich habe immer noch keinen Plan, was ich hier eigentlich mache.  Mein erstes Mal als „Moderator“, mein erstes Mal auf der Bühne ohne Kostüm. Ohne Polyester-Schutzanzug. Ohne Konfetti-Kanone und Tänzerinnen, die ablenken können. Ich fühlte mich unsagbar nackt. Ehrlich gesagt kann ich mich so nachträglich gar nicht mehr erinnern, was ich gesagt habe.

Einleitung. Dankeschön.
Vorstellung des Abends. Bitteschön.
Erklärung des Votings. Geht klar.
Erster Redner. Go.
Dennis.
Danke. Mist. Scheisse erzählt.
Er hat 10 Minuten Redezeit, keine 15 Minuten.
Kevin sprang wie ein aufgeregtes Äffchen mit seinem Handy rum. Winkte, tanzte Botschaften. Ich versuchte ihm zu sagen, dass er Dennis einfach weiterreden lassen soll. Who cares about 5 minutes. Ich schwitzte. Super. Ich hatte das Gefühl, dass sich in meinen Schuhen der halbe Ozean befindet.

13 Minuten.
Er erzählt über Pokemon. Über Penis. Über Joy mit den rosa Haaren. Ich werde nervös. Dennis fertig. Genauso schwitzig wie ich. Es war immernoch unerträglich heiß im Foyer des 3. Stock des Filmmuseums Frankfurt. Film und Games? Eher Hitze und Schweiß.

Nachdem ich mich dann bei Dennis entschuldigt habe, dass ich ihn dahingehend falsch informiert habe und der Suche nach einem öffentlichen Stopuhr-Beauftragten (Daiana, danke 🙂 ) ging es weiter mit dem zweiten Redner.

Nervosität ging flöten. Kopf aus, Mund auf. Worte fielen raus. Scheinbar hat man mich verstanden. Gut. Weiter. Ach… ich hab ja noch eine Gameboy Cam. Los, Publikum, tue deine Pflicht. Schwitze und reiß die Hände hoch. Foto, check. Weiter…

GO Florian.
Daiana stoppt die Zeit.
Florian erzählt über Golden Eye. Im TV im Hintergrund läuft ein digitaler James Bond wie auf Speed rum, ballert durch die Gegend und fällt den Damm runter, auf dem das Game spielt.
Es geht um die Entdeckung der Langsamkeit im Spiel. Er ist fertig. Ich stutze. 4 wahnsinnige Minuten. 4 Minuten. Alleine mein Vorwort zu Dennis war länger. Ich war ja noch mitten in den Notizen und bei Twitter. Mistmistmist… los, nach vorne.

Sprachlos. Ok, die Entdeckung der Langsamkeit. Kenn ich nur bei meinen morgendlichen Ritualen. Weiter im Programm. Aber vorher erstmal für meine pornöse Ausdrucksweise entschuldigen. Über Twitter kamen erste Beschwerden, dass ich doch viel zu oft das Wort PENIS benutzt habe. Dabei nahm Dennis es viel öfter in den Mund… *zirpzirp*

Los Kevin, lenk von mir ab.
Und Kevin tat es. Er erzählte über Nemo, wie sein Bruder seine Fische totgewaschen hat und wie Resident Evil auf ihn wirkte. Keine 10 Minuten später war es vorbei. Alle drei Redner waren durch. Los Publikum, wähle deinen Favoriten.

Mitmachpart. Frischfleisch wird gesucht.

Drei nerdige Poetryslammer sind natürlich nicht genug Auswahl für eine Hessische Meisterschaft bei der Nacht des nacherzählten Spiels. We need more.

Kurzer Aufruf, auch mit der Bitte, dass sich eventuell auch Mädels vorne hinstellen und ein paar Storys erzählen, fruchtete gut.

Drei Freiwillige fanden sich. Daiana (ja, die mit der Stopuhr!), Paul-Anton und Maren waren das Frankfurter Frischfleisch.

Wärend Daiana nach einer deutschen Gilde für WOW suchte und von ihren Abenteuern als Paladin erzählte, war Paul-Anton eher mit Mario Kart beschäftigt. Maren machte nur wegen der Gimmick-Tüte mit.

Endspurt. Das Publikum, welches schwitzend und lachend auf lustigen Lederquadraten saß, stimmte nun für die drei Freiwilligen ab. Punkte wurden durch das Anreißen des Stimmzettels verteilt. Lachender Pac-Man = Gut. Kotzender Pac-Man = nicht ganz so gut.

In der Pause spielten Hans Hiscore & Tobias Schmidt einige Bleeps und Bloops 8 Bit Loops und der Gamestorm Kevin schwitzte heftig beim Zusammenfassen der Zettel.

Pause rum. Ergebnis stand fest.

Alle sechs Poetrygamer bekamen eine famose Tüte voller Überraschungen der Sponsoren Nintendo, Kochmedia und Ubi-Soft. *Applaus*

Schlussendlich hat Paul-Anton die meisten lachenden Pac-Männer einsammeln können und wird das lustige Land Hessen beim Finale der „Nacht des nacherzählten Spiels“ am 27. Oktober in Berlin vertreten.

Glückwunsch auch von meiner Seite hier – Du machst das schon. Ich werde mit Pommes und Cola vor dem Monitor den Stream sehen und dir den Arsch versohlen, wenn du den Pott nicht nach Frankfurt holst!

Verzeiht meine Ausschweifung – Bin kein Schreiberling, der Storyboards abarbeitet und sich große Gedanken macht. Nope – Ich tippe gerade nur die Gedanken ein, die mir durch den Kopf gehen und hoffe, dass man mir zumindest in groben Zügen folgen kann… Wenn ihr bis hier hin gekommen seid – Respekt, selber schuld.

 

Und nun… zu den versprochenen Bildern. Habt Spaß, ladet den Shit runter und teilt das Wort. #filmundgames war ein echt nerdiges Event. Frankfurt, mehr davon!

Ach… PS: Wenn euch Frankfurt gefällt, dann schaut auch mal kurz bei meinen Buddys von www.hallofrankfurt.de und www.wmfra.de vorbei 😉

 

Über Senad

Kreatives Zellkollektiv. 1980 geboren. Digital native. Fan von Social Media, Fotografie, Comics, Retro Games und Lego. Aus dem Westerwald nach Berlin nach Friedrichsdorf.

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